Wer hätte im November 1974… schon ernsthaft geglaubt, dass sich ein großer Teil der damals überwiegend jugendlichen Motorradfreunde auch ein halbes Jahrhundert später immer noch regelmäßig einmal im Monat zu einem gemütlichen Club-Klön-Abend trifft.

Wegen Schließung unserer allerersten Vereinsgaststätte mussten wir uns Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts erstmals ein neues Clublokal suchen. Bis dahin waren wir fast 25 Jahre im Aper Hotel “Zur Traube” bei unserem Clubkoch “Specky” zuhause gewesen. Ein neues Domizil war aber schnell gefunden. Die kurz zuvor neu eröffnete Gaststätte “VOLLMOND” in der Aper Streichenstraße war von da an bis zur Schließung des Lokals Ende Mai 2018 unser neues Clubhaus.

Nach 44 Jahren Vereinsgeschichte mussten sich die Motorradfreunde ein weiteres Mal auf die Suche nach neuen Räumlichkeiten begeben. Nach der Prüfung einiger Alternativen in der Gemeinde Apen entschied man sich im Juli 2018 endgültig für die Gaststätte Delger am Campingplatz Nordloh. Von unseren neuen Gastgebern Sandra und Udo Delger wurden wir herzlich aufgenommen.

Gründerzeit

Zur Gründerzeit des Vereins, der zunächst noch unter der Bezeichnung „Motorradfreunde Ammerland“ geführt wurde, beäugte mancher Zeitgenosse unser Tun – insbesondere natürlich die ersten durchgeführten „Internationalen Motorradtreffen“ – mit einigem Argwohn. War es doch die Zeit der „Easy Rider“ und hatte man doch so einiges über den gleichnamigen Kino-Hit mit Dennis Hopper und Peter Fonda von den „Motorrad-Rockern“ gehört. Sollte eine solche „Gang“ jetzt etwa auch das idyllische Örtchen Apen in „Angst und Schrecken“ versetzen? Aber alles relativierte sich und vieles kam anders als von einigen Mitbürgern befürchtet.

Diverse Veranstaltungen wurden im Laufe der Jahre geplant und durchgeführt. Neben den vielen Motorradtreffen auf dem Aper Sportgelände, die regelmäßig zur besten Motorradfahrerzeit Anfang September durchgeführt wurden, seien an dieser Stelle auch eine große Motorradshow auf dem Gelände des Aper Gasthofs „Zum Leuchtturm“ und die mehrmaligen „Mai-Bälle“ genannt. Der Saal unserer Clubgaststätte „Zur Traube“ bot für solche Partys ideale Voraussetzungen. Außerdem war ein Maiball eine willkommene Gelegenheit, sich den Apern, die daran regelmäßig in Form von Abordnungen anderer Vereine teilnahmen, auch einmal im „Smoking“ statt in der Lederkombi zu präsentieren. Eine Original-Einladung zu unserem vierten „Maiball“, der keiner war, weil er im Februar 1976 stattfand, gibt´s im Archiv.Viel Spaß gab es immer bei der Vorbereitung und Ausschmückung des Saales. So ließen wir es uns beim ersten Maiball nicht nehmen, mitten im Saal eine ausgewachsene Birke mittels 20 cm langer „Drahtstifte“ im „Parkettboden“ des Saales zu „verankern“. Schließlich war es ja ein MAIBALL!!

Weitere Höhepunkte waren sicher auch die verschiedenen Filme, die Mitte der Siebziger damals überwiegend im sogenannten „Super 8“-Format gedreht wurden. Nicht nur Clubmitglieder, sondern auch befreundete Motorradfahrer aus dem Umland wurden „zusammengetrommelt“, und ohne großartige „Drehbücher“ oder „Regieanweisungen“ wurde sodann einfach d´rauf los gefilmt.

Ein besonderes Highlight war diesem Zusammenhang sicherlich der Einsatz einer professionellen 16mm-Studio-Kamera.Hartmut Ahlers, dessen erklärtes Hobby die Filmerei war, hatte das Hightech-Gerät seinerzeit für eine fünfstellige DM-Summe beim NDR erwerben können. Über mehrere Drehtage entstand ein semiprofessioneller Streifen über die Motorradfreunde Apen, der anschließend auch auf ein Videoformat (VHS) kopiert wurde.Ab Ende der 80er Jahre verzichteten wir über mehrere Jahre auf die Durchführung von Motorradtreffen. Ein zu hoher Bekanntheits- und „Beliebtheitsgrad“ führte dazu, dass wir den Zulauf nicht mehr kontrollieren konnten. So zählten wir beim dann vorläufig letzten Treffen über 800 Motorradfahrer aus aller Herren Länder. Holländer, Schweden, Finnen und selbst „Bayern“ kamen nach Apen, um mit uns ausgelassene Partys zu feiern. Die weniger schönen Dinge, die passiert sind, haben wir mittlerweile verdrängt, geblieben sind die Erinnerungen an schöne Sommertage, alte Freunde und manche „Husarenstreiche“…

Eine tragende Säule der Motorradfreunde Apen war von Beginn an einer, der maßgeblich an der Organisation und Durchführung aller Veranstaltungen großen Anteil hatte: Georg-Wilhelm Hobbje, zuletzt über viele Jahre zuständig für die Finanzen, verstarb am 21. Juni 2001 nach schwerer Erkrankung.

Wilhelm Hobbje - Februar 2001

Wilhelm Hobbje im Februar 2001. Wilhelm verstarb nach schwerer Krankheit am 21.06. 2001

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stefan Dettmers, langjähriger Vorsitzender der Motorradfreunde Apen

Stefan Dettmers, langjähriger Vorsitzender der Motorradfreunde Apen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit fortschreitender Zeit kam es im November 1998 zu einem Generationswechsel im Vorstand der Motorradfreunde. Stefan Dettmers, der bei der Vereinsgründung noch nicht das Licht der Welt erblickt hatte und dessen Eltern zu den Gründungsmitgliedern gehörten, wurde neuer “Präsident”. Er sollte für neuen Schwung im Clubleben sorgen. Unter seiner Führung wurden dann auch wieder die alljährlichen Motorradtreffen durchgeführt.

Im November 2015 stellte Stefan Dettmers sein Amt nach genau 17 Jahren zur Verfügung. Nachfolger wurde Cord Siefkes, zu dessen Vertreter Bernd Grimm gewählt wurde.

Kassenwartin wurde erneut Ute Hobbje. Das Amt des Schriftführers blieb in der Verantwortung von Hans-Heinrich Hinrichs, der diesen Posten als ”gute Seele des Vereins” seit gefühlten 100 Jahren erfolgreich mit Leben und Ideen ausfüllt.

An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass Hans-Heinrich schon seit Jahren gemeinsam mit Ute die Fäden in der Hand hat, wenn es um die Vorbereitung und Organisation der jährlich auf dem Terminkalender stehenden Motorradtreffen geht; ohne das große Engagement dieser beiden wäre es um die Durchführung dieser Veranstaltung schlecht bestellt. Heini und Ute deshalb auch an dieser Stelle dafür ausdrücklich ein herzliches Dankeschön.

Kassenwartin Ute Hobbje, Motorradfreunde Apen

Hat die Vereinsfinanzen seit Jahrzehnten stets im Blick: Ute Hobbje

Hans-Heinrich Hinrichs

Hält die Fäden in der Hand, wenn es um Motorradtreffen geht: Hans-Heinrich Hinrichs, Vorstandsmitglied der MFA

 

Text und Redaktion: Bernd zu Klampen – © 1974 – 2019

Kurzweilige Geschichten unseres Autors Jan-Dieter Oeljeschläger sind ab sofort wieder online unter dem Menüpunkt “ÖL-STORIES”. Diese Serie wird succsessive fortgesetzt.